Zahnarztbesuch:
Pause einer Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) vor zahnärztlichen Eingriffen - wann erforderlich?
Die Prophylaxe mit ASS ist bei Patienten mit Gefäßproblemen häufig, so nach Herzinfarkt oder Schlaganfall oder einfach bei bekannter Gefäßproblematik. Erhebliche Unsicherheit besteht in der Frage, wann eine solche Therapie vor Zahnarzt-Eingriffen abzusetzen ist. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferchirurgie, Stellungnahme aus der Uni-Zahnklinik Bonn, sprechen für eine kontinuierliche Weitergabe in dieser Situation. Lesen Sie die Originalpublikation hier ... (04/08)
Operation und Blutverdünnung:
Pause einer Therapie mit Gerinnungshemmern (z.B. Marcumar) vor zahnärztlichen und chirurgischen Eingriffen - wann erforderlich?
Die Blutverdünnung bei Patienten mit Vorhofflimmern oder nach Klappenersatz ist im Alltag häufig problemloser als zunächst gedacht durchzuführen.
Fragen treten häufig im Zusammenhang mit Operationen auf: Sollte die Gerinnung unverändert fortgesetzt oder reduziert werden? Ist eine Pause einzulegen? Wenn ja: Sind Ersatzmittel (Heparine) in der Einnahmepause erforderlich?
Zahnärztliche Eingriffe sind unter Blutverdünnung in der Regel ohne Absetzen der Blutverdünnung möglich: Hier reicht nach Leitlinie der Dt. Gesellschaft für Zahn- Mund und Kierferheilkunde eine Verdünnung im gerade noch therapeutischen Bereich aus. Lesen Sie hier die entscheidende Passage:
"Bei INR-Werten im therapeutischen Bereich zwischen 2.0-3.5 sind Extraktionen eines oder mehrerer Zähne und unkomplizierte Osteotomien unter Berücksichtigung entsprechender lokaler blutstillungsmaßnahmen ohne stärkere Blutungsgefahr möglich, wobei der INR-Wert präoperativ am Operationstag zu bestimmen ist.
Bei umfangreichen chirurgischen Sanierungen oder Operationen mit ungenügender Möglichkeit der lokalen Blutstillung ist eine vorübergehende Änderung des INR-Wertes, z.B. von 1,6-1,9 durch den die Antikoagulanzientherapie einstellenden Arzt möglich. Dieser Arzt muß dann noch entscheiden, ob das durch Reduzierung der Therapie ggf. höhere Thromboembolierisiko eine vorübergehende Gabe von Heparin erfordert."
Für chirurgische Eingriffen bei Vorhofflimmern gelten die deutschen Leitlinien:
"Für chirurgische oder diagnostische Maßnahmen
mit Blutungsrisiko kann bei Patienten mit Vorhofflimmern,
aber ohne mechanischen Klappenersatz,
die Antikoagulation bis zu einer Woche ohne Heparinsubstitution
ausgesetzt werden".
Ähnliches Vorgehen empfehlen die amerikanischen Leitlinien bei Vorhofflimmern (AF):
"In patients with AF who do
not have mechanical valves, however, based on extrapolation
from the annual rate of thromboembolism in patients with
nonvalvular AF, it is the consensus of the Writing Committee
that anticoagulation may be interrupted for a period of up to
1 wk for surgical or diagnostic procedures that carry a risk of
bleeding without substituting heparin. In high-risk patients
(particularly those with prior stroke, TIA, or systemic embolism)
or when a series of procedures requires interruption of
oral anticoagulant therapy for longer periods, unfractionated
or low-molecular-weight heparin may be administered intravenously
or subcutaneously."
|