|
||||
|
Bitte beachten
Sie: |
||||
|
Zweifel
an der Elektronenstrahltomografie
|
Ich habe aus aktuellem Grund Ihren Bericht über die Elektronenstrahltomographie gelesen. Mich als Laie wundert es, dass in anderen Berichten, die ich im Internet zu diesem Thema gefunden habe, genau das Gegenteil von dem behauptet wird, was Sie zu dieser Methode schreiben. Es wird hoch gelobt, dass die Aussagegenauigkeit mit dem EBCT ebenso hoch ist wie die Herzkatheteruntersuchung und dass es für den Patienten eine Erleichterung ist, diesem Eingriff zu entgehen. Mich würde interessieren, warum Sie diese Meinung vertreten. Der aktuelle Anlass ist eine akute Erkrankung meines Mannes, dessen bisherige Untersuchungsergebnisse (EKG, Belastungs-EKG, Blutuntersuchungen etc.) sich recht merkwürdig darstellen und keine klaren Schlüsse auf eine Angina Pectoris geben. Eine Herzkatheteruntersuchung in Kaiserslautern ist für Anfang der Woche vorgesehen, alternativ suchen wir nach einem Krankenhaus mit EBCT. |
|||
|
Der Cardiologe:
|
Die
Elektronenstrahl-Tomographie ist eine vielversprechende Methode, die jedoch
derzeit im klinische Alltag keinerlei Relevanz besitzt. Die
Gründe hierfür sind mehrere:
Wenn Sie noch einige Jahre warten, wird die Methode sicherlich auch in der Routinediagnostik brauchbar sein ...Mein Rat: Wenn die behandelnden Ärzte Klarheit durch eine Katheteruntersuchung erlangen wollen, sollten Sie deren Rat folgen. Falls Zweifel bestehen, sollten Sie mit Ihrem Mann ein klärendes Gespräch anstreben: Nur ein informierter und von den Maßnahmen überzeugter Patient ist ein guter Patient ! |
|||
|
|
Seit
längerer Zeit plagen mich starke Brustschmerzen die mich auch nachts nicht
Schlafen lassen. Mein Hausarzt, Internist, wollte mich nach einer Untersuchung,
EKG und Ultraschall sogleich in ein Krankenhaus zur Herzkatheter- Untersuchung
einweisen. Sicherheitshalber konsultierte ich noch einen Kardiologen, dieser
war jedoch nach zweitägiger Untersuchung der Ansicht, dass eine Herzkatheter
-Untersuchung nicht notwendig sei. Ich hätte zwar vor einiger Zeit einen
stillen Herzinfarkt gehabt, aber die momentanen Schmerzen im Brustbereich
kommen nicht vom Herz.
Nun bin ich genauso schlau wie zuvor, meine Schmerzen habe ich immer noch. Ich möchte mich nun statt der Herzkatheter-Untersuchung einer nicht invasiven Elektronenstrahl-Tomographie unterziehen, jedoch fehlen mir Adressen von Ärzten oder Kliniken die solch eine Untersuchung durchführen können. Vielleicht können Sie mir diesbezüglich weiterhelfen? |
|||
|
Der Cardiologe:
|
Die
Elektronenstrahl-Tomographie
(Spiral-CT) ist sicherlich eine Methode mit Zukunft, aber leider
derzeit noch nicht in der Lage, eine
Herzkatheteruntersuchung zu ersezen. Es existiert ein Gerät in München
bei Herrn Prof. Silber (niedergelassener Kardiologe).
Die Methode hat jedoch noch ihre Einschränkungen: So können nicht verkalkte Engstellen der Koronargefäße nicht dargestellt werden, es ist auch der gesamte Verlauf der Coronarien insbesondere im Bereich der Endstrecken noch nicht darstellbar. Neuere, noch nicht im Einsatz befindliche Geräte versprechen Besserung, die Methode hat jedoch ihre Grenzen. Derzeit ist eine Coronarangiographie durch Röntgendarstellung (während der Katheteruntersuchung) noch durch nichts zu ersetzen, wenn Sie Sicherheit haben wollen. |
|||
|
Schallwellen gegen Blutgerinnsel?
|
Haben Sie schon einmal etwas von Schallwellen mit feinen Ultraschallsonden gegen Blutgerinnsel in Gefäßen gehört? | |||
|
Der Cardiologe:
|
Antwort: Die Verwendung von Schallwellen gegen Blutgerinnsel in Gefäßen ist mir nicht bekannt. Lichtwellen (Laser) wurden früher zur Eröffnung und Erweiterung von verengten Koronargefäßen verwendet, diese Technik erwies sich jedoch nach anfänglicher Euphorie (Krieg der Sterne am Herzen) als sehr risikobehaftet und wurde wegen häufiger Komplikationen aufgegeben. Insbesondere die schlechte Steuerbarkeit der Sonden mit häufiger Verletzung auch des das Gefäß umgebenden Gewebes war hierbei ursächlich. Bei mehr oder weniger frischen Thromben in Koronargefäßen liegt oft eine relativ instabile Situation vor, die klinisch oft zu instabiler Angina pectoris führt, einer in unregelmäßigen, nicht vorhersehbaren Abständen wiederkehrender Durchblutungsstörung und entsprechender Schmerzsymptomatik. Hierbei sind Interventionen mit Katheter äußerst problematisch:
Selbst dann, wenn solche Komplikationen während einer Intervention nicht auftreten, erweisen sich oft Versuche, frische Gerinnsel mit einem Ballon an die Gefäßwand zu drücken, als frustral, denn solche Thromben sind oft aus einem prall elastischen, schaumig gummiartigem Material, das sich nicht plastisch verformen lässt. Hier hilft oft nur eine konservative, nicht-invasive intravenöse Behandlungsform: Ziel ist es, das Blutgerinnsel aufzulösen oder zumindest ein weiteres Wachstum des Blutpfropfes zu verhindern. Hierzu wird entweder eine Lyse- (Auflösungs-) Therapie oder eine gerinnungshemmende Therapie mit Heparin verwendet. Nach der Akutphase und Stabilisierung des klinischen Zustandes kann dann eine Dauerbehandlung mit Gerinnungshemmern zu einer Sicherung des Therapieerfolges führen. Erst nach Abklingen der Akutphase und unter der Vorstellung, dass dann ein Thrombus sich verfestigt hat, kann ein erneuter Herzkatheter die Notwendigkeit und Möglichkeit weiterer Therapie klären. |
|||
|
|
Was versteht man unter Ausfräsen von Arterien mit plaquebedingten Stenosen durch Diamantbohrer? | |||
|
Der Cardiologe:
|
Das
Auffräsen von harten und insbesondere sehr hochgradigen Engstellen
hat sich in der täglichen Praxis bewährt, wenngleich die anfängliche Euphorie
auch hier etwas verflogen ist. Es kommt zwar anfänglich zu besseren Ergebnissen
als bei der bloßen Aufdehnung, eine stärkere Wiedereinengung in der Folgezeit
macht diesen Vorteil jedoch wieder zunichte, sodass diese Methode wieder
als gleichwertig mit der alleinigen Dilatation (Erweiterung
mit Ballon etc) zu bewerten ist.
Alle größeren Herzzentren sollten die Methode anbieten, so etwa das in Bad Oeynhausen beheimatete Herzzentrum Nordrhein-Westfalen, das sich traditionell auf diese Eingriffe spezialisiert hat. Wichtig für die Wahl eines behandelnden Zentrums ist hier, dass es heimatnah beim Patienten ist, um problemlos evtl. notwendig werdende Folgeeingriffe zu ermöglichen. |
|||
| Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24.08.05 | ||||