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Diabetes und Herz
 

Bitte beachten Sie: 
Diese Ratschläge gelten keinesfalls als endgültige Medikation. Sie sollen für Sie außer allgemeiner Information nur einen Anhaltspunkt bieten, wann Sie sich spätestens an Ihren Hausarzt bzw. Kardiologen wenden sollten!
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Metabolisches Syndrom

Ich möchte mir wegen meiner Mutter einen Rat geben lassen. Sie ist 77 Jahre alt und lebt momentan in Indonesien. Sie hat eine sehr schlecht eingestellte insulinpflichtige Diabetes (sie kann die Diät nicht einhalten), Übergewicht, Hypertonie und instabile Anginapectoris (mehrmals pro Tag) seit November 99. Sie ist seit 15.01.00 bis heute beschwerdefrei.

Medikamente: Valsatran, Nitrate, Ca-Antagonist, B-Blocker, Insulin und ASS (wegen Magenunverträglichkeit abgesetzt). 

Meine Fragen:  
1. Kann man die Medikamente optimieren? 
2. Ist es sinnvoll Coronarangiographie zu machen, evt. PTCA zu machen?

Der Cardiologe:

Die klinische Beschwerdefreiheit ist bei insulinpflichtigem Diabetes leider kein sehr zuverlässiges Kriterium, sodass bei dieser ausgeprägten kardiovaskulären Belastung regelmäßige und engmaschige kardiologische Kontrollen erforderlich sind, am besten in viertel- bis halbjährlichen Abständen. Auf die Erfordernis einer Gewichtsreduktion als zentralem Faktor brauche ich ja nicht hinzuweisen, hier lässt sich leider bei insulinpflichtigem Diabetes aber in der Regel kaum ein Fortschritt erreichen. (metabolisches Syndrom)

Statt Aspirin ist Clopidogrel zu empfehlen, wobei hier natürlich die Kosten von DM 4,50 /Tag zu beachten sind. Je nach Blutdruck, klinischem Status (Nykturie, Ödemen) ist eine zusätzliche Therapie mit Diuretika zu empfehlen.

Eine Koronarangiographie sollte abhängig gemacht werden von den Ergebnissen einer fachkardiologischen Untersuchung. Natürlich finden sich bei der vorliegenden Häufung von Risikofaktoren mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeutsame Gefäßbefunde. Man muss aber auch eine ggf. zu erwartende Beeinträchtigung des Patienten und auch insbesondere der Nierenfunktion durch die Diagnostik und Therapie in die Überlegungen einbeziehen.

Diabetes und stummer Herzinfarkt

Ich bin eine 56-jährige insulinpflichtige Diabetikerin (Typ II) und habe seit etwa 20 Jahren Diabetes. Ich habe bisher noch keine Schäden an Nieren, Augen oder Füßen. Im Laufe einer klinischen Studie, an der ich teilnehme,
wurde festgestellt, dass ich wohl einmal einen stummen Herzinfarkt hatte. Vorläufig wurde mir von der Ärztin dieser Studie ASS 100 verschrieben. Ich bin besorgt, weil meine ältere Schwester letztes Jahr an einem Herzstillstand starb. Sie hatte ebenfalls einen stummen Infarkt gehabt, allerdings hatte sie auch Schäden am Auge und an den Nieren. Eine Großzehe musste amputiert werden. Mein jetziger Hausarzt sieht keinen Handlungsbedarf. Was soll ich tun? Können Sie mir einen Rat geben?

Der Cardiologe:

Leider manifestieren sich nach etwa 20 Jahren Krankheitsdauer eines Diabetes mellitus häufig Organschäden, dieses heißt in der Regel Gefäß-Schäden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sind engmaschige Kontrollen auf bisher abgelaufene und auf kurzfristig zu erwartende Gefäßprobleme (wie etwa Herzinfarkte, Schlaganfälle, Durchblutungs-
störungen der Beine) durch hierauf spezialisierte Fachärzte (Kardiologen, Angiologen, Diabetologen) zu empfehlen. Der Hausarzt sollte hier eine koordinierende Rolle spielen und regelmäßige Untersuchungen veranlassen. In manchen Bereichen bestehen auch diabetologische Schwerpunktpraxen, die die Diabetes-Einstellung und chronische Probleme, etwa die der Schädigung kleiner Gefäße (Mikroangiopathie) im Bereich der Füße (Fußpflege) sehr sorgfältig und sachkundig durchführen oder bei speziell geschulten Kräften veranlassen.

Die zweite und ebenso wichtige ärztliche Betreuung liegt auf dem Gebiet der Vorsorge: Die Risikofaktoren für Gefäßkrankheiten, wie Hochdruck, erhöhte Blutfette, Nikotinkonsum, Übergewicht, die oft im mebabolischen Syndrom zusammengefasst werden, müssen ständig überwacht und kontrolliert werden. Krankhaft veränderte Werte müssen ganz konsequent unter Einbeziehung der neuesten Studienergebnisse behandelt werden, um Spätfolgen zu verhüten. Hierfür ist oft Spezialwissen notwendig, so dass der Diabetologe, der Angiologe oder der Kardiologe zum Lotsen des Diabetikers werden kann.
Sie sollten aktiv sein und sich gründlich untersuchen lassen. Die familiäre Disposition zu Herz-Gefäßkrankheiten ist ein ganz gewichtiger Risikofaktor, der leider nicht mehr rückgängig zu machen ist - die Wahl der Eltern ist gelaufen ...

Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24.08.05