testKardiologische Gemeinschaftspraxis Dr. Hüting, Bad Oeynhausentest
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Vorhofflimmern: elektrische Kardioversion
Vorhofflimmern: Ablation
Ablation von AV-Knoten Reentry Tachykardien
Kardiologische Gemeinschaftspraxis Hüting

Unter EPU versteht man die Untersuchung von Herzrhythmusstörungen mit Hilfe einer Katheterdiagnostik. Hierbei werden Rhythmusstörungen durch Impulsabgabe im Herzen und vielfältige Ableitungen der Reizbildungs- und Reizleitungsverhältnisse im Herzen analysiert.

Die elektrophysiologische Untersuchung ist die Voraussetzung für eine Ablation (Schädigung einer Leitungsbahn durch Hitze oder Kälte). Eine genaue Diagnostik durch EPU ist erforderlich, um bestmögliche Ergebnisse für Rhythmus- Therapien zu erhalten.

Diese Therapien können dann bestehen in

  • Ablationen (Modifikationen oder Verödungen von Reizleitungen) oder auch
  • medikamentöser Therapie
I N H A L T   D I E S E R   S E I T E 

Invasive Diagnostik von Herzrhythmusstörungen?
Wann wird eine solche Untersuchung durchgeführt?
Wie wird diese Untersuchung durchgeführt?
Wie geschieht die Auswertung der Ergebnisse nach elektrophysiologischer Untersuchung?  

W A R U M   I S T   D E R   E I N G R I F F   N Ö T I G ?

Invasive Diagnostik von Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen entstehen in der Regel in eng umschriebenen Anteilen des Herzmuskelgewebes. Fast immer handelt es sich hierbei um Rhythmusstörungen, die den Herzschlag beschleunigen (=schnelle Rhythmusstöurngen, Herzrasen, Tachykardien).

Prinzipiell kommen hierfür folgende Ursachen in Frage:

  • zusätzliche Impulse im Herzen durch punktuelle elektrische Entladungen (Ektopie = fokale Erregung) oder
  • fehlgeleitete normale Impulse im Herzen, dies in Form von in Anteilen des Herzens kreisenden elektrischen Erregungen (Kreiserregung = Reentry)

Der Ort der Entstehung fokaler Erregung oder die Lage von Erregungskreisen kann mit mehreren Elektrokathetern analysiert werden. Dies sind leitende sehr dünne und biegsame Drähte, die in Kathetern eingebaut sind. Diese werden von der Leistenvene oder der Leistenschlagader nach örtlicher Betäubung ins Herz unter Durchleuchtung vorgeschoben.

Die abgeleiteten elektrischen Signale des Herzens werden dann mittels eines Computersystems aufgezeichnet und auf Bildschirmen vermessen. Vielfältigste Ableitungen erlauben hierbei eine genaue Lokalisation der Erregungsbildung und auch der Leitung der Erregung. Zunächst wird die normale elektrische Aktivierung des Herzens untersucht. Danach versucht man, die krank machende Rhythmusstörung zu finden und auszulösen. Hierfür ist es extrem wichtig, genau zu wissen, welche Rhythmusstörung gesucht wird.

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Entscheidend für den Erfolg der gesamten Elektrophysiologie ist deshalb eine optimale Vorbereitung: In vorausgehenden EKGs, häufig auch in Langzeit-EKGs, sollte die Rhythmusstörung ganz genau dargestellt werden. Wichtig ist hierbei neben der Herzfrequenz auch die detaillierte EKG-Ableitung.

Sie als Betroffener können hierzu beitragen, indem Sie den Puls zum Zeitpunkt der Rhythmusstörung genau beobachten. Wichtig sind hierbei die Frequenz und die Regelmäßigkeit des Herzschlages.


Um bei komplexen Rhythmusstörungen den Mechanismus und die geeigneten Orte für eine Katheterablation zu finden, werden im Katheterlabor während und nach der Untersuchung spezielle bildgebende Computersyteme zur Analyse der Leitungsverhältnisse eingesetzt. Ziel ist hierbei die möglichst dreidimensionale Darstellung der Reizbildung und Reizleitung. Hierbei werden andere bildgebende Verfahren wie etwa die Computertomographie oder die Magnetresonanz-Tomographie häufig zur Abbildung der anatomischen Verhältnisse eingesetzt. Hierdurch können die Ergebnisse sehr gut eingeordnet werden, die Therapieplanung wird in der Folge erleichtert.

Diese gestatten dannn, die mit dem Katheter ausgetasteten Herzhöhlen unabhängig von der Röntgendurchleuchtung dreidimensional darzustellen. Die Abfolge der ektrischen Erregung während der Rhythmusstörung wird auf die Herzwand auf dem Bildschirm überlagert. Ferner wird die genaue Position der Katheterspitze vom Computer eingefügt. Dieses “elektroanatomische Mapping“ gestattet die Ablationsbehandlung von Rhythmusstörungen. Diese Methoder erlaubt die Behandlung von Kammertachykardien und Vorhofflimmern mit deutlich höheren Erfolgsraten als früher. Insbesondere können Medikamente häufig eingespart oder in der Dosis reduziet werden. Manchmal erlaubt auch ein sehr gutes Ergebnis das Weglassen von Medikamenten. Der Betroffene kann dann als "geheilt" betrachtet werden.

Wann wird eine solche Untersuchung durchgeführt?

Die Katheterablation kommt heutzutage bei einem weiten Spektrum von Herzrhythmusstörungen zur Anwendung. Sie wird bei Herzrasen mit Beschwerden (symptomatischen Tachykardien) oder auch bei Rhythmusstörungen mit lebensbedrohlichem Charakterangewandt. Oft spielt auch eine Rolle, ob die Betroffenen durch die Rhythmusstörungen vom Gefühl her subjektiv belastet werden, ob ihre Lebensqualität oder Arbeitsfähigkeit einschränkt ist.

In der Regel wird einer elektrophysiologischen Untersuchung und Behandlung ein ernsthafter medikamentöser Therapieversuch vorgeschaltet. Da die invasiven Maßnahmen mit elektrophysiologischer Diagnostik auch ein nicht zu vernachlässigendes Risiko an Komplikationen mit sich bringen, kommen diese in der Regel nur dann zur Anwendung, wenn die Rhythmustörung nicht befriedigend medikamentös behandelt werden kann.

Zu den mit Rhythmuskatheter zu diagnostizierenden und mit Ablation zu behandelnden Arrhyhtmien zählen beispielsweise Tachykardien (schnelle Herzschlagfolgen), die durch eine zusätzliche Leitungsbahn im Herzen begründet sind, wie bei WPW-Syndrom oder AV-Knotenreentrytachykardie (kreisende Erregung im Bereich der Vorhöfe und des AV-Knotens).

Auch Vorhofflimmern, Vorhofflattern und andere Vorhofrhythmusstörungen können genauso wie Herzrhythmusstörungen, die in der Herzkammer entstehen, behandelt werden. Die Erfolgsraten liegen je nach behandelter Herzrhythmusstörung zwischen 70 und 99 Prozent. Häufig sind allerdings für einen optimalen Erfolg mehrere Eingriffe in zeitlichem Abstand erforderlich, insbesondere bei Vorhofflimmer-Ablationen. Die abladierten (geschädigten) Leitungsbahnen können sich nach einiger Zeit wieder erholen, so dass dann eine erneute Ablation erforderlich ist.

Bei zu langsamem Herzschlag (Bradykardie) wird der Ort einer elektrischen Leitungsstörung und das Ausmaß untersucht. Daraus leitet sich unter Umständen die Notwendigkeit des Einbaus (Implantation) eines Herzschrittmachers ab. 
Über die Katheter können an verschiedenen Orten im Herzen ein oder mehrere elektrische Impulse abgegeben werden. 
Mit diesem Hilfsmittel wird versucht, die Herzrhythmusstörung auszulösen. Dies ist erforderlich, um den Mechanismus der Rhythmusstörung (fokale Erregung oder Kreiserregung) und den genauen Ort im Herzen zu bestimmen.

Wie wird eine solcher Untersuchung durchgeführt?

Um bei komplexen Rhythmusstörungen den Mechanismus und die geeigneten Orte für eine Katheterablation zu finden, werden spezielle, bildgebende Computersyteme eingesetzt.

Diese gestatten, die mit dem Katheter ausgetasteten Herzhöhlen unabhängig von der Röntgendurchleuchtung dreidimensional darzustellen. Die Abfolge der ektrischen Erregung während der Rhythmusstörung wird auf die Herzwand auf dem Bildschirm überlagert. Ferner wird die genaue Position der Katheterspitze vom Computer eingefügt.

Dieses “elektroanatomische Mapping“ gestattet die Ablationsbehandlung von Kammertachykardien, Vorhofflimmern mit deutlich höheren Erfolgsraten als früher.

Auswertung der Ergebnisse nach elektrophysiologischer Untersuchung  

Wenn eine Entscheidung über die Behandlung Ihrer Herzrhythmusstörung nicht während oder unmittelbar nach der elektrophysiologischen Untersuchung getroffen werden kann, weil noch weitere Untersuchungen erforderlich sind, wird dies ausführlich mit den behandelnden Ärzten besprochen.

In der Regel wird allerdings eine Ablationstherapie schon direkt im Anschluss an oder während der elektrophysiologischen Diagnostik durchgeführt werden. Hierdurch kann Ihre Herzrhythmusstörung mit einer Katheterablation auf Dauer beseitigt werden (kurative Behandlung).

Wichtig ist, dass Sie für diesen Fall vorbereitend vor der Untersuchung über das Vorgehen und mögliche Risiken aufgeklärt wurden. Es kann dann die Katheterablation in der gleichen Sitzung erfolgen. Dies erspart Ihnen einen weiteren Eingriff.