Kardiologische Gemeinschaftspraxis Dr. Hüting, Bad Oeynhausentest
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Patienteninformation
Blutverdünnung
Amiodaron - Therapie
Blutdrucksenker: Wassertabletten
Blutdrucksenker: ACE-Hemmer
Gefäßaufdehnung: Dilatation / PTCA
Bypass - Operation
elektrophysiologische Untersuchung (EPU)
Vorhofflimmern: Ablation
Ablation von AV-Knoten Reentry Tachykardien
Kardiologische Gemeinschaftspraxis Hüting

I N H A L T   D I E S E R   S E I T E 

Was ist eine elektrische Kardioversion?
Praktische Durchführung der Kardioversion
Komplikationsmöglichkeiten
Erfolgsrate der elektrischen Kardioversion

W A S   I S T   E I N E   
E L E K T R I S C H E   K A R D I O V E R S I O N ? 

Die elektrische Kardioversion ist das wirksamste Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern mit dem Ziel, den normalen regelmäßigen Sinusrhythmus wieder herzustellen. Diese Art der Rhythmisierung wird dann empfohlen, wenn die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam war und sich hierunter kein regelmäßiger Sinusrhythmus herstellen ließ.

P R A K T I S C H E   D U R C H F Ü H R U N G   
D E R   K A R D I O V E R S I O N 

Voraussetzung für die Behandlung ist eine mindestens 3 bis 4-wöchige effektive medikamentöse Blutverdünnung z.B. mit Marcumar® oder vergleichbarem Mittel. Hierbei muss die Effektivität für diesen Zeitraum engmaschig belegt sein. Der INR-Wert muss in diesem 3-wöchigen Zeitruam vor der Kardioversion zwischen 2-3 liegen. Die Kardioversion darf nur durchgeführt werden, wenn sichergestellt werden kann, das sich zwischenzeitlich keine Blutgerinnsel durch das Vorhofflimmern gebildet haben. Dies wird durch die effektive Blutverdünnung erreicht.

Am Untersuchungstag vergewissert sich der Arzt wir uns zunächst mit einem EKG, das die zu behandelnde Herzrhythmusstörung noch vorliegt. Dann wird eine Verweilkanüle in eine Armvene eingeführt. Über diese Armvene wird ein Kurznarkotikum injiziert, das zu einem einige Minuten anhaltende Narkosezustand führt. Während der kurzen Narkose wird der sehr kurze Stromstoß über die aufgelegten Elektroden gegeben, der den Herzrhythmus normalisieren soll.

Hierzu werden am Brustkorb vorne und seitlich breitflächige Elektroden angelegt. Nachfolgend wird ein Stromstoß über die Brust an das Herz abgegeben, der in etwa 80-90% zu einer Normalisierung des Herzrhythmus führt. Die Behandlung wird in einer Kurznarkose durchgeführt, die einige Minuten anhält. Der sehr kurze abgegebene Stromstoß führt in der Regel im Bereich der Elektroden zu einer Hautreizung und Rötung. Diese wird mit einer entzündungshemmenden Creme behandelt. Der Stroßstoß hinterlässt in der Regel keine bleibenden Schäden.

Bereits wenige Minuten nach der elektrischen Kardioversion wird das volle Bewusstsein wieder hergestellt. Aus Sicherheitsgründen werden die so behandelten Patienten für ca. 4 Stunden über einen EKG-Überwachungsmonitor beobachtet. Danach kann der Patient häufig wieder nach Hause entlassen werden. Wegen der verabreichten Medikamente darf an diesem Tag nicht selbst mit dem Auto gefahren werden.


K O M P L I K A T I O N S M Ö G L I C H K E I T E N 

Die elektrische Kardioversion von Vorhofrhythmusstörungen ist eine risikoarme Behandlungsmethode. Komplikationsmöglichkeiten und unerwünsschte Nebenwirkungen sind -wie bei allen eingreifenden Verfahren- jedoch prinzipiell möglich.

Diese können insbesondere sein:

  • Nebenwirkungen der Narkose-Medikamente
  • versehentliches Einatmen von Mageninhalt im Rahmen der Narkose: Die Behandlung wird daher immer nüchtern durchgeführt.
  • Atemstörungen im Rahmen der Narkose
  • Während oder nach der elektrischen Kardioversion kann es in seltenen Fällen (weniger als 0,5%) zum Auftreten von Embolien oder Schlaganfällen durch das Loslösen von bereits vorhandenen Gerinnseln aus dem Vorhof kommen. Durch eine optimale medikamentöse Vorbehandlung zur Blutverdünnung lässt sich dieses Risiko minimieren.
  • Durch die Stromabgabe über die Haut kommt es zu einer vorübergehenden Rötung im Bereich der Elektrodenauflagefläche. Ein Gefühl ähnlich eines Muskelkaters im Brustbereich kann in den ersten Tagen nach der Kardioversion auftreten.

E R F O L G S R A T E   D E R   
E L E K T R I S C H E N   K A R D I O V E R S I O N 

In etwa 90% der Fälle lässt sich zumindest kurzfristig ein normaler Rhythmus erzielen. Leider kommt es bei einigen Patienten innerhalb weniger Stunden oder Tage zu einem erneuten Auftreten der behandelten Herzrhythmusstörung. Deshalb werden im Regelfall Medikamente zum Aufrechterhalten des normalen Herzrhythmus empfohlen.

Durchschnittlich sind nach einem Jahr etwa 50% aller behandelten Patienten weiterhin im Sinusrhythmus. Mit speziellen Medikamenten zur Stabilisierung des Herzrhythmus liegt die Erfolgsrate nach einem Jahr bei etwa 70%. Wesentlich für den nachhaltigen Erfolg der Rhythmisierung ist die Einstellung der Risikofaktoren für Vorhofflimmern. Hierzu zählen insbesondere die

  • optimale Behandlung des Bluthochdrucks
  • optimale Behandlung eventuell vorhandener Klappenfehler (insbesondere von Mitral- und Trikuspidaklappen- Undichtigkeiten)
  • Alkohol- Abstinenz

Die Kardioversion hinterlässt keine bleibenden Schäden und kann bei wieder auftretendem Vorhofflimmern erneut durchgeführt werden. Es kann aber zu einer lokalen Rötung dort kommen, wo die Elektroden von außen angelegt waren, um den Strom in den Brustkorb zu leiten.

Über die für Sie individuell zu empfehlende Häufigkeit einer Wiederholung der Kardioversion sollten Sie anhand Ihrer individuellen Befunde und Vorgeschichte mit Ihrem Kardiologen unter Zusammenarbeit mit dem Hausarzt beraten. Es gibt Anhaltspunkte für die zu erwartende Erfolgsrate aufgrund Ihrer Vorgeschichte Wenn die langfristige Erfolgsrate jedoch zu gering erscheint, wird das Vorhofflimmern akzeptiert und eine medikamentöse Dauerbehandlung zur Blutverdünnung und zur Regulation der Pulsfrequenz verordnet.